Testbericht Black Diamond Skylight 3 Personenzelt

Nachdem uns unser Zelt im letzten Urlaub im Torres del Paine Nationalpark in Patagonien im Stich gelassen hatte und wir ein paar äußerst luftige Nächte bei offenem Zelt bedingt durch einen defekten Reißverschluss über uns ergehen lassen mussten stand fest, dass wir uns dann doch relativ schnell ein neues Zelt anschaffen mussten. Ab dem Frühjahr waren wir demnach manchmal eifrig manchmal weniger eifrig auf Suche nach unserem neuen mobilen Dach über dem Kopf.

Doch so ein Zeltkauf sollte gut überlegt sein, zudem hatten wir wohl ein paar Attribute die nicht wirklich ganz so gut zusammen passten:

Das Zelt sollte leicht sein, damit man es auch auf längere Trekkingrouten ohne Probleme mitnehmen konnte ohne einen zusätzlichen Lastesel zu engagieren, das Zelt sollte zudem stabil sein und auch bei stärkerem Wind noch stabil stehen und keine Zeltstangen sollten zu Bruch gehen.
Nachdem wir während unserer letzten Urlaube (Chile und Island) an gewissen Tagen auch etwas Feuchtigkeit (positiv ausgedrückt – oder wenn man ehrlich sein will: Wasser) im Zelt hatten, wollten wir zu allem Überfluss auch noch Zelt, das einige Wassermassen ab kann ohne selbst gleich ins Schwimmen zu kommen. Und als gebürtige Schwaben hätten wir das ganz Rundum Sorglos Paket natürlich gerne für einen geringen Preis.
Sprich wir waren auf der Suche nach dem perfekten Preis- Leistungsverhältnis.

Dementsprechend schwierig wurde die Suchaktion nach einem passenden Zelt dann auch. Nicht wirklich hilfreich war der ein oder andere Besuch in Outdoorgeschäften (die nicht wirklich auf Zelte spezialisiert waren), denn dort wurden wir immer wieder mit kompetenten Kommentaren von irgendwelchen “Zeltexperten” beraten wie: “Das Zelt ist stabil, das stellen wir auch ab und an im Laden auf und bis jetzt steht es immer noch”.

Folglich, dehnte sich unsere Suche immer weiter aus, so dass wird dann nochmals ein paar Tage mit unserem notdürftig zusammengenähten Zelt im Ötztal übernachten mussten, was uns aber immerhin dazu ermunterte unsere Zeltsuche ein wenig abzukürzen. Aber es ist auch nicht einfach ein gutes Zelt zu finden, die richtig stabilen Zelte wiegen schnell zwischen 3,5 und 5kg und kosten teilweise über 500 Euro, was für ein paar Tage zelten nicht unbedingt investieren wollten.

Lange Rede, kurzer Sinn in der Zwischenzeit haben wir uns für das Black Diamond – Skylight – 3-Personenzelt entschieden. Unsere Wahl fiel auf das Zelt weil es doch einige unsere Wünsche recht nahe kam: Mit rund 2 kg ist das Zelt noch so leicht, dass man es gut auf längere Trekkingtouren mitnehmen kann (einzige Enttäuschung bei diesem Gewicht ist, dass das Päckchen das geliefert wird eben auch extrem leicht ist ;() Um auf das geringe Gewicht zu kommen setzt Black Diamond für dieses Zelt auf das DAC Featherlite Aluminium Gestänge und auf eine Einwand-Technologie aus EPIC by Nextec Nylongewebe. Auch das Platzangebot ist noch relativ groß, so dass man sich nicht gleich wie in einer Sardinenbüchse vorkommen muss wenn man mal einen Tag bei schlechtem Wetter im Zelt verbringen muss. Mit den Abmessungen 224 x 178/ 130 x 107 cm kann man auch einmal eine Nacht zu dritt im Zelt verbringen ohne dass dies eine Klaustrophobie auslöst. Stabilität soll dem Zelt das DAC Featherlite Aluminium Gestänge verleihen. Das Zelt wird in zwei separaten Transportbeuteln ausgeliefert, einen für die Zeltplane und einen getrennten für das Gestänge und die Heringe. Schon bei unserem letzten Zelt fragte ich mich, ob es nicht sinnvoller sei die empfindliche Zeltmembran von den scharfkantigen Zeltgestängen zu trennen, da man sich ja doch relativ leicht mit dem Gestänge die Zelthaut verletzt. Ob der Transport in quasi zwei getrennten Beuteln sinnvoller ist, oder ob wir ab nun regelmäßig auf der Suchen nach einem Beutel sind wird die Zukunft zeigen, auf den ersten Blick ist es aber nicht die dümmste Lösung. Besonderes Highlight des Zeltes ist der abnehmbare Windfang auf etwa einem Drittel des Zeltes. Rollt man bei schönem Wetter das Zeltdach auf, hat auch im Zelt ein wunderschöner Ausblick auf den Himmel und muss nicht immer auf die etwas monotone innere Zeltdecke starren. Dieses nette kleine Highlight verleiht dem Zelt „Skylight“ auch seinen Namen. Ich bin gespannt, wie der Blick ist und ob wir dieses Gimmick wirklich nutzen werden. Es zu haben kann auf jeden Fall nicht Schaden. Im Nachhinein fällt mir auf jeden Fall schon der eine oder andere Zeltplatz ein, wo das „Skylight“ bestimmt schön gewesen wäre.

Beim ersten Zeltaufbau im heimischen Wohnzimmer nutzt man(n) natürlich nicht die beigelegte Bedienungsanleitung, sondern macht sich gleich selbstbewusst ans Werk – es kann ja nicht so schwer sein drei Stangen mit einem Zelt zu verknüpfen. Ohne Problem verlief noch das Zusammenbauen der drei Stangen. Doch schon gleich danach kam die erste Herausforderung: Wo steckt man(n) die drei Stangen ein, als erstes wurde einmal die Außenhaut abgesucht (gelerntes Verhalten vom letzten Zelt) nur dummerweise fand man dort auch mit einigem Suchen keine Möglichkeit das Gestänge einzustecken. Also wurde doch einmal ein Blick auf die beigelegte Gebrauchsanweisung riskiert und siehe da einige Rätsel lösen sich doch relativ schnell. Da es sich bei dem Zelt um eine Einwandkonstruktion handelt macht es natürlich Sinn, dass man das Zelt von innen aufbauen muss, da das Gestänge auch im Zeltinneren verläuft. Man muss zwar nun ein bisschen im Zelt kriechen doch mit ein wenig Übung geht auch das relativ gut. Die Aufbaugeschwindigkeit für das Zelt ist also recht gut und man wird das Zelt auch in kritischen Situationen relativ schnell aufbauen können. Die Zeltapside bietet auch ausreichend Platz, um bei schlechtem Wetter noch einige Dinge vor der Nässe schützen zu können. Zum Lieferumfang des Zeltes gehören 16 Zeltheringe und eine lange Zeltschnur die wohl nach Bedarf auf die richtige Länge geschnitten werden kann. Darüber hinaus ist noch ein kleines Reperaturkit (Silikon etc mit dabei). Optional erhältlich sind eine Zeltunterlage und ein Attic (zusätzliche Ablagefläche im Zelt).

Hier noch ein paar Fakten zum Zelt:

  • Personen: 2-3
  • Gewicht: 1,88 bzw. 2,26kg (min./max.)
  • Packmaß: 18 x 30cm
  • Liegefläche: 178/130 x 224cm
  • Höhe: 107cm

 
Bei der Zeltbestellung haben wir bei einem Schnäppchen von den Bergfreunden halt gemacht, das Zelt war dort im Angebot und um 45% billiger als der übliche Preis von 499 Euro. Die Bestellung und die Lieferung verliefen problemlos und waren sehr schnell. Inkl. Überweisung und Vorkasse war das Zelt innerhalb von 4 Tagen bei uns.

Die Zukunft wird zeigen, ob das Zelt auch in Sachen Stabilität und Regensäule unsere Erwartungen trifft… wir werden es auch wissen lassen. Aber bisher sind wir mit unserem Kauf super zufrieden.