Vortrag Expeditionen von Stefan Glowacz in der Bensheimer Kletterhalle

Am Samstag, den 10. Dezember 2011 fand in der Bensheimer Kletterhaller High-Moves der Vortrag „Expeditionen“ von dem Bergsteiger, Kletterer und Abenteurer Stefan Glowacz statt. In der ausverkauften Kletterhalle gab der 1965 in Garmisch-Patenkirchen geborene Glowacz faszinierende Einblicke in einige Stationen seiner Expeditions-Laufbahn. Neben tollen Bildern und Videosequenzen konnte Stefan Glowacz das Publikum insbesondere durch seine sympathische, ehrliche, humorvolle aber auch nachdenkliche Erzählweise begeistern.

Der Vortrag begann mit der Expedition „Nepal 2011“ :
Im Frühjahr 2011 macht sich Stefan Glowacz mit David Göttler und Klauf Fengler zum ersten Mal auf den Weg in den nepalesischen Himalaya. Ziel war die Besteigung der 1.800 Meter hohen Südwand des Gauri Shankar (7.134 Meter). Doch die schlechten Wetterbedingunen haben die 3 Bergsteiger daran gehindert weit voran zu kommen, so haben sie insgesamt nur ca. 50 Meter der 1.800 Meter hohen Wand klettern können. Doch Stefan Glowacz macht in seinem Vortrag deutlich, dass er sich nicht ganz sicher ist, ob sie die Wand bei besseren Bedingungen geschafft hätten, da die moralischen und psychischen Anforderungen bei einer so gewaltigen Wand enorm hoch waren.
Dennoch plant Glowacz eine Rückkehr nach Nepal und an den Gauri Shankar um sich nocheinmal dieser Herausforderung zu stellen.

Der 2. Abschnitt des Vortrags handelt von der Expedition „Venezuela 2010“ mit Holger Heuber und Kurt Albert.
Getreu dem Motto „by fair means“ machen sich die Expeditionsteilnehmer im Frühjahr 2010 nach Venezuela auf die Wand La Proa  (Roraima Tepuis) zu durchsteigen. Mit einiger Überzeugungsarbeit konnten sie sich die Hilfe der Einheimischen sichern ohne die ein Weg durch den Busch nicht möglich gewesen wäre. An der Wand müssen Stefan Glowacz und seine Begleiter ihre Ausrüstung erst einmal eine 1.000 Meter hohe Schlammschlucht (bei Dauerregen) hinauftragen, dies kostet ihnen viel Zeit. Endlich am Fuße der Wand angekommen können sie die schöne Wand angehen. Nach ca. 7 Seillängen mussten sie aufgrund von knappen Lebensmittelreserven umdrehen mit dem festen Vorsatz wieder an die Wand zurückzukehren und die Expedition abzuschließen.

Hier macht Stefan Glowacz nun einen erzählerischen Ausflug zu Kurt Albert, mit ihm zusammen hat er viele Expeditionen und Abenteuer zusammen erlebt.
Auf die beiden Expeditionen Kanada 1995 und Kenia geht Glowacz in seinem Vortrag näher ein.

1995 geht es mit dem Kanu zum Mount Harrison Smith, schon als die Expeditionsteilnehmer den Mount Harrison Smith erreichen, sind die Essensvorräte sehr knapp und die Rationen auf ein Minimum begrenzt – so wird dieses Abenteuer vom Hunger und an das Denken an Essen geprägt.
Des Weiteren geht er auf die Expedition zum Mount Poi in Kenia näher ein.

Schön fand ich persönlich, dass Stefan Glowacz Einblicke in die Person Kurt Albert gibt und auch in seinem Vortrag über das Klettern und Bergsteigen hinausgeht. Gerade die Expedition nach Kenia hat ihn und seine Begleiter stark geprägt, so war der Arzt Tilo Marschke mehr mit einer Dauersprechstunde als mit dem Klettern beschäftigt.

Den Abschluss des Vortrags bildet die erneute Reise nach Venezuela im November 2010 um das Projekt Roraima Tepu abzuschließen. Aufgrund des tödlichen Unfalls von Kurt Albert im September 2010 an einem Klettersteig in der Fränkischen Schweiz, gehen Stefan Glowacz und Holger Heuber alleine auf diese Reise. Diesmal gehen die beiden von der anderen Seite zum Berg und können die Wand erfolgreich durchsteigen. In Erinnerung an ihren Freund Kurt Albert nennen sie diese Route Behind the Rainbow, denn die Route ist so schillernd und bunt wir das Leben der Kletterlegende.

Mir persönlich hat der Vortrag Expeditionen von Stefan Glowacz sehr gut gefallen und ich habe den Vortrag sehr genossen.