Klettersteig in der Nähe von Arco: Via ferrata Ernesto Che Guevara (Gardasee)

Verbringt man ein paar Urlaubstage in Arco (nördlich vom Gardasee) dann kommen auch Klettersteigliebhaber auf ihre Kosten.
Will man einen langen und anspruchsvollen Klettersteig unternehmen, dann ist der Via ferrata Che Guevara zu empfehlen.
Von Vorneweg aber schon einmal: Dieser Klettersteig eignet sich nur für Klettersteiger mit einer guten Kondition, da der Steig extrem lang ist. Zudem sollte man keine Probleme mit der Hitze haben, da der Steig zu weiten Teilen in der prallen Sonne ist.

Nun zu den Fakten: Man sollte für den Zustieg, den Klettersteig und den Abstieg ca. 8 Stunden einplanen. Insgesamt werden rund 1.400 Höhenmeter bewältigt. Der Klettersteig Ernesto Che Guevara ist in der Kategorie C angesiedelt.
Startpunkt für den Klettersteig ist Pietramurata (ca. 20 Minuten Autofahrt von Arco entfernt). Von Arco kommend fährt man durch Pietramurata fast gänzlich hindurch und biegt Richtung Steinbruch ab. Hier ist sowohl ein Wanderparkplatz als auch der Klettersteig schon ausgeschildert.
Der Beginn des Klettersteigs führt durch ein sehr schmalen Weg links am Steinbruch vorbei (Schilder sind in regelmäßigen Abständen angebracht). Als wir den Klettersteig begangen sind, war dieser Weg sehr verwuchert, also nicht an dem Weg zweifeln 🙂

Relativ schnell geht der Zustieg auch schon ziemlich bergauf und auch schon in der guten halben Stunde Zustieg macht man einige Höhenmeter gut.
Kurz nach dem Einsteig in den Klettersteig geht es an einer Rinne entlang erst einmal ein paar Höhenmeter hinunter und man kommt schon an eine erste B/C Stelle, in der es steil an etwas glatten Fels hochgeht. Insgesamt ist der Klettersteig schön angelegt und der Klettersteigbegeher ist dazu angehalten, den Fels mitzubenutzen (d.h. es sind nicht ständig Tritte etc. angebracht). Der Felsen ist aber meist griffig und bietet ausreichend Möglichkeiten zum Halten. Nach einem etwas flacheren A und B-Teil folgt eine flacher Querung (ohne Sicherung) – hier hat man Zeit etwas durchzuatmen. Der Klettersteig führt weiter mit A, AB und B-Abschnitten hinauf, durchgängig gibt es immer wieder die Möglichkeit eine kurze Rast einzulegen, allerdings sind Schattenplätze eher Mangelware. Auf ca, 905 HM kommt die nächste B/C-Stelle bis zur nächsten lagen Querung sind noch B-Abschnitte zu bewältigen. Hier ist dann das Gipfelbuch angesiedelt, aber davon nicht täuschen lassen es sind noch einige Höhenmeter zu bewältigen bevor man den Gipfel erreicht!
Bei leichtem Gelände geht es weiter Richtung Gipfel, es ist noch eine lange Geröllrinne zu durchsteigen (Sicherungsseil vorhanden). Bevor noch einmal ein steiler B/C und sogar C-Abschnitt fast am Ende des Klettersteiges zu bewältigen sind. In flachem Gelände geht es noch weiter bergauf (keine Sicherung mehr vorhanden, aber auch nicht nötig) bis man (endlich!) das Ende des Klettersteiges auf einer ebenes Wiesenfläche. Noch einige Meter hinauf kann man das Gipfelkreuz des Monte Casale (ca. 1630m) bewundern.

Für den Abstieg kann man entweder den Weg 427 oder 426 wählen. Wir haben uns für den anscheinend weniger heiklen Weg 426 entschieden und eine gut 3-stündige, durchgehend bergabführende Wanderung meist durch den Wald hat uns erwartet. Um ehrlich zu sein, war dieser Abstieg wahrlich kein Vergnügen. Der Weg war an vielen Stellen steil und nicht sehr abwechslungsreich. Zudem sollte man beachten, dass kurz vor Sachre die Schnellstraße überquert werden muss (an dieser Stelle war die Wegausschilderung irrefürend). Weiterhin sollte man bedenken, dass es auf dem gesamten Rückweg keine Möglichkeit gibt, Wasser, erc. Nachzufüllen, das sollte man möglich bereits auf dem Gipfel beim Rifugio Don Zio tun (wenn geöffnet).

Fazit: Der Klettersteig an sich ist durch seine Länge eine echte Herausforderung und sehr schön. Man wird mit einer tollen Aussicht und tollen Klettersteigpassagen belohnt. Zudem ist durch die Länge der Klettersteig eher wenig bewandert (zumindest in unserem Fall). Der Abstieg beträgt aber auch 3 Stunden.
Tipp: Genug Verpflegung und vor allem Trinken einpacken – Sonnencreme kann auch nicht schaden!