Ortovox LVS-Gerät 3+ – ein Lawinenverschüttetensuch-Gerät im Test

Das 3+ von Ortovox ist ein LVS-Gerät auf dem neusten Stand der Technik, welches mit verschiedenen Funktionen das Suchen und das Gefunden werden von verschütteten Personen erleichtert und beschleunigt.

Alle Funktionen des 3+ sind in einem wasserdichten und schlagfesten Gehäuse, das von außen gummiert ist, integriert. Das Gehäuse ist ca. 120 mm hoch 70 mm breit und 25 mm dick und hat ein Gewicht von 189 g. Im Einsatz wird das LVS-Gerät  jedoch dauerhaft in der mitgelieferten Komfort-Tragetasche sein, wodurch die Abmaße etwas größer werden und noch zusätzlich 98 g an Gewicht dazu kommen. Beim Tragen des Gerätes merkt man die Abmaße und das Gewicht jedoch nicht, da die Tragetasche mit sehr guten Einstellmöglichkeiten ausgestattet ist, welche die Position des Geräts am Körper wie gewünscht einstellen lässt. Die Oberseite der Tasche hat eine gitterartige Struktur durch die man auch bei geschlossener Tasche die Funktionen und den Batteriestand erkennen kann. Beim Suchen wird das Gerät aus der Tasche genommen ist aber immer noch über eine dünne Sicherungsleine am Gurt der Tasche befestigt.

Das Display des Gerätes ist im Suchmodus beleuchtet, was die Suche im Dunkeln vereinfacht. Die Anzeige ist schlicht und rein funktional gestaltet. Im Sendemodus wird nur der Batteriestand und pulsierend das Sendesignal angezeigt. Im Suchmodus wird in der Mitte die Entfernung zum Ziel und kreisförmig um die Entfernung wird in die Richtung des Ziels ein Pfeil dargestellt. Unter der Entfernungsanzeige wird dargestellt wie viele Verschüttete gefunden wurden.

Die Funktionen des 3+ werden mit nur wenigen Hebeln und Knöpfen bedient, welche gut gesichert sind, dass keine Funktion versehentlich ausgeführt wird. Das Ein- und Ausschalten sowie der Batteriewechsel wird über einen Hebel, der über einen separaten Schieber verriegelt ist, gesteuert. Das Markieren von gefundenen Personen wird über einen Taster unter dem Display durchgeführt. Die wichtigste  Funktion, das Umschalten zwischen Suchen und Senden wird an der oberen Seite des Gerätes durchgeführt – eine Verriegelung verhindert dass man dies nicht versehentlich betätigt.

Das Gerät ist mit einer einzigen AA Batterie ausgestattet was laut Daten zu 250 std Senden  oder 15 std Suchen ausreichen soll. Nach vier Tagen mit jeweils ca. 8 std Senden und mehreren Suchversuchen hat das Gerät aber immer noch 99% Batteriestand angezeigt. Der Temperaturbereich von -20°C bis 45°C ist beim Skifahren kein Problem die -20°C waren bei -23°C und starkem Wind unter der Jacke aber auch kein Problem.

Glücklicher weise habe ich das Gerät noch nicht im Ernstfall benötigt. Bevor ich das erste Mal auf die Piste gegangen bin habe ich alle Funktionen getestet um den Umgang mit dem Gerät im Ernstfall im Griff zu haben. Bei den Tests habe ich in verschiedenen Umgebungen die Richtungsanzeige und die angezeigte Entfernung überprüft. Dabei war zu sehen, dass im Haus wo mehrere Elektronikartikel vorhanden waren die Störsignale großen Einfluss hatten. Im Freien habe ich weitere Tests durchgeführt, bei welchen die Entfernungen sehr gut war, nur bei großem Abstand hat die Richtung ganz leicht zu einer Hochspannungsleitung abgeneigt. Aber wenn man dem Richtungspfeil gefolgt ist, kam man trotzdem genau zum Ziel. Mein letzter Versuch war auf freiem Feld und hier hat mich das 3+ genauso wie ich mir das vorgestellt habe zum Ziel geführt.

Auf der Piste haben wir dann noch weitere Tests durchgeführt, wobei wir die Kommunikation zwischen Geräten von verschiedenen Herstellern getestet haben und sowohl das Suchen als auch das Gefunden werden hat zwischen den Geräten von anderen Herstellern sehr gut funtioniert.

Alles in allem bin ich mit dem 3+ im Bereich Tragekomfort, Verarbeitung und Funktionalität sehr zufrieden und kann es nur weiter empfehlen.